28. Juli 2012 - Sommerfest 2012


(Bericht von Jens Sell, von der MOZ)


Der Heimatverein öffnet Tür und Tor, und rund 200 Gäste kommen und feiern ein stimmungsvolles Sommerfest. Das Wetter meint es gut, so nutzt man das große Festzelt des AWO-Seniorenzentrums als Sonnenschutz und genießt gemeinsam das Beisammensein. Vor dem Vereinsgelände in der Dorfmitte haben der stellvertretende Vorsitzende Bernd Reinicke und Vorstandsmitglied Paul Pentke wie jedes Jahr den Trödelstand aufgebaut. Wochen vor dem Fest werben sie mit einem Aufruf auf der Einladung zum Sommerfest bei den Hohensaatenern um nicht mehr benötigte Gegenstände für ihren Stand, und da kommt richtig etwas zusammen. Man sieht schon daran, wie sich die Tische unter der Last biegen, dass den Einwohnern etwas am Gelingen ihres Festes und dem Wohlergehen ihres Heimatvereins liegt. Denn: "Der Erlös kommt dem Verein zugute", sagt Paul Pentke stolz. Die beiden Senioren begrüßen alle ankommenden Gäste mit einem flotten Spruch und haben viel Spaß an ihrem Stand. Hinter der Mauer dann, gleich neben dem Tisch mit den Bewohnern des AWO-Seniorenzentrums Waldblick, die mit Pflegedienstleiterin Steffi Ewerth gekommen sind, steht Detlev Wieland am Tor. Er begrüßt schon zur nachmittäglichen Kaffeerunde weit über 100 Besucher. Ur-Hohensaatener sind dabei ebenso wie "Zugereiste", seien es Wochenendler oder Saison-Einwohner. Hans-Joachim Wegner aus Berlin, der in Hohensaaten ein Grundstück besitzt, hat beispielsweise gleich noch ein Berliner Ehepaar mitgebracht. Das merkt schnell, dass sich der Besuch auf dem Vereinsgelände nicht nur des gemütlichen Beisammenseins lohnt. Das frühere Stallgebäude ist allein vom Verein mit großem Engagement und viel Liebe zum historischen Detail saniert und ausgestaltet worden.

In den Räumen finden sich zahlreiche Ausstellungstücke, die die Ortsgeschichte illustrieren. Hohensaaten ist schon immer durch seine Lage am Wasser geprägt. Ursprünglich war der Haupterwerbszweig seiner Bewohner der Fischfang, später, mit dem Bau der wichtigen Wasserstraßen - Oder-Havel-Kanal und Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße - gewannen Binnenschifffahrt und Schiffsbau an Bedeutung. Von der Schleuse hängen die Originalschilder an der ehemaligen Stallmauer. Im Inneren fesseln Originaldokumente und Sachzeugen aus dem Besitz der Hohensaatener den geschichtlich interessierten Betrachter. Im Obergeschoss sind Wohnräume beispielhaft nachgestaltet: Eine Küche, ein Wohn- und ein Schlafbereich mit einem erstaunlich ausgeklügelten, rollbaren Kinderbett, das freilich in zig Stunden liebevoll aufgearbeitet werden musste. Ein kleines Schulzimmer kündet von der jahrhundertelangen Existenz einer Schule in Hohensaaten. Man darf sogar in Fibeln aus den 1950er Jahren blättern, und dem Älteren kommt vieles bekannt vor.

Zum Gelingen des Sommerfestes tragen viele Hohensaatener bei. Doch auch die Chorsänger aus dem benachbarten Hohenwutzen leisten einen hörenswerten und mit viel Beifall bedachten kulturellen Beitrag. Damit bei schwülwarmen Temperaturen keinem die Kehle zu trocken wird, zapfen Eva Koch und Gerhard Fritze gut gekühltes Fassbier, erfrischenden Weißwein und selbstverständlich auch alkoholfreie Getränke.

Dort auf der Bank fühlt sich Tischlermeister Karl-Heinz Klocke (74) pudelwohl: "Hier kann ich mal ausspannen vom Wochenstress." Er ist nämlich immer noch im Geschäft, derzeit realisiert er in der Bad Freienwalder Käthe-Kollwitz-Schule die Brandschutzmaßnahmen. "Seit wir nach Bad Freienwalde und damit in den Landkreis Märkisch-Oderland gewechselt sind, bekomme ich plötzlich viele Ausschreibungen und habe mit meinen Leuten richtig gut zu tun. Das war früher bei weitem nicht so." Zunächst gibt es aber von den Frauen im Heimatverein gebackenen Kuchen - 20 Bleche stehen zur Auswahl, als Dieter Ladewig aus Lunow ungläubig den Tisch überblickt. Vera Neumann empfiehlt ihm besonders den Zuckerkuchen. "Der schmeckt wirklich wie von Oma!" Im nächsten Raum sitzt indes Christian Koch vom Heimatverein und bedient die Tonanlage, damit alle die Rede vom Vereinsvorsitzenden Detlev Wieland verstehen. In dieser bedankt sich der Vereinschef bei allen, die sich für Hohensaaten engagieren.